Kultur
12.09.2017 08:00
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 Keine Berührungsängste: Sarah Willis besuchte mit ihrem Horn auch die Äffchen im Berliner Zoo – und freute sich an der Neugierde der Tiere. Die Musikerin und Musikvermittlerin wählt mitunter auch ungewöhnliche Wege, um ihr Instrument (und die klassische Musik überhaupt) glänzen zu lassen. Foto: Monika Rittershaus

Keine Berührungsängste: Sarah Willis besuchte mit ihrem Horn auch die Äffchen im Berliner Zoo – und freute sich an der Neugierde der Tiere. Die Musikerin und Musikvermittlerin wählt mitunter auch ungewöhnliche Wege, um ihr Instrument (und die klassische Musik überhaupt) glänzen zu lassen. Foto: Monika Rittershaus

Familienkonzert der Philharmonie Südwestfalen

Sarah Willis zu Gast in Dahlbruch

ciu - Sie teilt – und sie teilt sich mit. Sarah Willis liebt die klassische Musik so sehr, dass sie gerne möglichst viele Menschen mit ihrer Leidenschaft anstecken möchte. Nicht nur, aber auch die, für die ein Zugang zur Musik(hoch-)schule, zum Konzertsaal nicht gerade niederschwellig ist. Deshalb nutzt sie mit Begeisterung die Möglichkeiten des Internets. Führt online Meisterklassen und live gestreamte Interviews durch, pflegt das Miteinander in ihrer Facebook-Community, arbeitete mit am Auftritt des YouTube-Sinfonieorchesters (2011) und: bringt auf dem TV-Kanal der Deutschen Welle alle zwei Wochen eine neue Folge von „Sarah’s Music“ heraus. Hier bietet sie ihrem Publikum einen Einblick hinter die Kulissen der klassischen Musikwelt – mit Sachverstand und mit Humor und mit dem großen Pfund, dass sie als Profimusikerin – sie ist Hornistin bei den Berliner Philharmonikern – gut vernetzt ist.

Sarah Willis schaut hinter die Kulissen des Musikbetriebs

„Ich kenne immer irgendwen irgendwo“, sagte sie im SZ-Telefongespräch. „Das ist ein großes Glück.“ So hat sie den Sänger Thomas Hampson in Heidelberg getroffen, einen Backstage-Besuch in der Oper von Tel Aviv gemacht oder die Oboe, das Instrument des Jahres, gemeinsam mit Albrecht Mayer, einem Meister dieses Fachs, vorgestellt. Sie geht auch crossover zu Gospel, Weltmusik oder in die Breakdance-Szene – und sogar zum Musizieren in den Berliner Zoo! Die Ideen gehen ihr so schnell nicht aus, und weil auch die Zuschauer Sarahs musikalische Geschichten lieben, startet die Sendung möglicherweise sogar bald in ihr viertes Jahr.

Am Sonntag heißt es in Dahlbruch: „Bells Up!“

Live zu erleben ist die Musikerin und Moderatorin am Sonntag, 17. September 2017, 16 Uhr, in einem Familienkonzert im Gebrüder-Busch-Theater Dahlbruch (Karten u. a. an den SZ-Konzertkassen). Die Siegener Zeitung präsentiert diese Veranstaltung, bei der die Philharmonie Südwestfalen (wie am kommenden Donnerstag schon) unter der Leitung von Alastair Willis unter dem Motto „Bells Up! – Die Hörner kommen“ aufspielt. „Wir zelebrieren das Horn – in ganz vielen verschiedenen Rollen: als Signal, in der Oper, in der Filmmusik …“, skizziert Sarah Willis das Konzept des Programms. Zu hören seien Stücke, die „man“ kennt, aber auch Überraschendes, bei dem auch junge und ältere Hornisten aus der Region eingebunden sind. Sie freue sich auf dieses Konzert, zumal sie dort gemeinsam mit ihrem Bruder (dem Dirigenten!) agiere. „Wir sind ein gutes Team“, sagt Sarah, die mit Alastair schon eine ganze Reihe an Familienkonzerten durchgeführt hat. Von klein auf gehörte die Musik zur Familie Willis. „Ich probte oben im Haus Horn, mein Bruder spielte im Keller Trompete.“ Und Schwester Alexandra lernte es, mittendrin „die Musik auszublenden“.

Mit 14 Jahren begann sie mit dem Horn-Spiel

Sarah lacht – und dieses Lachen gehört zu ihr wie das Horn, das sie erst im Alter von 14 Jahren (Klavier spielte sie schon seit früher Kindheit) recht spät, aber dafür umso inniger hat kennen- und lieben gelernt. Da lebte die Familie nach Jahren in den USA, in Tokio und Moskau (der Vater war als Auslandskorrespondent tätig) bereits in England. Studiert hat Sarah Willis in London am Royal College of Music Junior Department und an der Guildhall School of Music and Drama (u. a. bei Anthony Halstead und Jeff Bryant) und später bei Fergus McWilliam in Berlin. Die deutsche Metropole wurde ihr Zuhause. Beruflich (1991, 2. Horn bei der Berliner Staatsoper unter Daniel Barenboim; 2001, als erstes weibliches Mitglied der Blechbläsergruppe der Berliner Philharmoniker mit Sir Simon Rattle) und privat.

Die Berliner Philharmoniker haben Priorität

Gefragt nach dem Ort, der ihr Heimat ist, sagt Sarah Willis: „Meine Dachterrasse in Berlin.“ Und dann schildert sie, was sie in diesem Moment beim Blick nach draußen sieht: blühenden Hibiskus, Hortensien, Sonnenblumen, blaue Wicken … Für sie eine Oase, ein Ort zum Auftanken. Den braucht sie unbedingt in ihrem Künstlerinnenleben, das „manchmal einen ganz schönen Spagat“ von ihr verlangt. „Absolute Priorität“ habe ihre Arbeit mit den Berliner Philharmonikern. Der Dienstplan (wann spielt das Orchester wo und was, und wie viel Vorbereitung erfordern die Programme?) „geht immer vor“. Doch dann kommt das, was Sarah Willis‘ Schaffen eben auch ausmacht: das Kreative, das Journalistische, die Musik-Vermittlung. Damit anderen eine Freude zu machen, sei ihr ein Bedürfnis. Wenn dann die Rückmeldungen dankbar und angesteckt begeistert sind, ist das für sie Bestätigung und Ermutigung zugleich. Wer Sarah Willis „folgen“ möchte: Ein Anfang wäre der Besuch ihrer Homepage – www.sarah-willis.com.

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