Kultur
10.10.2017 14:32
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 Kein Thesenanschlag an der Kirchentür von Nikolai, sondern „Der Luther-Anschlag“ in der Hand von „Tristan-Irle“-Erfinder Ralf Strackbein. Der Siegener Autor legt seinen 27. lokalen Krimi vor. Dieses Mal geht es auch um die Reformation. Foto: ciu

Kein Thesenanschlag an der Kirchentür von Nikolai, sondern „Der Luther-Anschlag“ in der Hand von „Tristan-Irle“-Erfinder Ralf Strackbein. Der Siegener Autor legt seinen 27. lokalen Krimi vor. Dieses Mal geht es auch um die Reformation. Foto: ciu

Ralf Strackbein stellt „Der Luther-Anschlag“ vor

Neuer „Tristan Irle“

ciu - Martin-Lukas provoziert. Und kämpft. Für den wahren, den einzigen Gott, den Dreieinigen. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund – und steht am Ende ziemlich allein da in diesem Kreis evangelischer und katholischer Christenmenschen, die zur Klausur in die Wittgenstein’sche Einsamkeit gereist sind, um hier das Reformatorische – zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags – zu bedenken. Dass Martin-Lukas mit Nachnamen Luther heißt, untermauert seinen kompromisslosen Standpunkt: Die christliche Gemeinde könne nur überleben, wenn sie sich auf den Weg zurück mache, back to the roots, zurück zu den Wurzeln, zum Evangelium. Das regt auf in dieser Gruppe. „Wir wollen keine Hetze“, sagt Johanna, die Pastorin der Nikolaikirche, und Erich Roth, katholischer Diakon, ballt seine Hände zur Faust ob solcher „Selbstgefälligkeit“. Dass wenig später ausgerechnet dieser Gut-Mensch im besten Sinne unter Mordverdacht gerät, ist die erste von gleich mehreren überraschenden Wendungen des neuen „Tristan-Irle“-Romans des Siegener Autors Ralf Strackbein. Denn Martin-Lukas ist mundtot gemacht worden, und vieles deutet darauf hin, dass der impulsive Hüne ihn mit seinem Wanderstab erschlagen hat. Doch zum Glück, denn Erich Roth ist ob seiner Menschenfreundlichkeit ein Sympathieträger in sämtlichen (inzwischen 27!) Lokal-Krimis mit dem Privatdetektiv aus der Altstadt, weitet sich der Kreis der Verdächtigen im Laufe dieser Story, die nach dem Täter (oder der Täterin?) fragt, aber auch nach dem, was Glaube ausmacht, zumal in einer Welt, in der vieles gleichberechtigt nebeneinander zu stehen scheint.

Strackbein greift „brisantes Thema“ auf

Er sei sehr bewusst ein „brisantes Thema“ angegangen, sagt Ralf Strackbein, der sich in seinen Vorbemerkungen „zum Buch“ selbst positioniert: als Christ und – mit Verweis auf die Präambel des Grundgesetzes – überzeugt davon, dass die nach dem Krieg entstandene Bundesrepublik ein Staat ist, der auf christlichen Werten fußt. Die markigen Worte des Opfers in „Der Luther-Anschlag“ (bei Vorländer hergestellt) lässt Strackbein am Ende der verwickelten Geschichte von Tristan Irle nochmals wiederholen, freilich netter, zugewandter und an der Seite von Erich Roth, der auf die gnädige Weite Gottes verweist, auch hoffnungsvoller. Darüber ließe sich diskutieren – ebenso über Strackbeins Charakterisierung des typisch Protestantischen bzw. Katholischen oder über die Kritik des Siegener Luther an einer marktwirtschaftlich ausgerichteten Diakonie …

Der neue „Tristan Irle“ ist im Buchhandel zu haben

Strackbeins Lesemarathon dauert von jetzt an bis Anfang Dezember; den Advent nutzt der Vielschreiber zur Besinnung und damit auch zum erneut Anlauf nehmen fürs nächste Buch. Von der Idee über die Recherche hin zum allerersten Satz. Der heißt in „Der Luther-Anschlag“ so: „Gott, vergib!“ Ein viel versprechender Auftakt zu einer Geschichte, in der es letztlich auch um die Versuchungen des schnöden Mammons geht. - Zu haben ist der neue „Irle“ in den Buchhandlungen der Region und über die SZ-Geschäftsstellen.

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