Lokales
19.04.2017 10:15
Drucken Vorlesen Senden
 Durch den Mühlgraben fließt das Wasser, das die 34-Kilowatt-Turbine in der Womelsdorfer Mühle antreibt, um Strom zu erzeugen. Im Anschluss fließt das Wasser wieder zurück in die Eder. Foto: Björn Weyand

Durch den Mühlgraben fließt das Wasser, das die 34-Kilowatt-Turbine in der Womelsdorfer Mühle antreibt, um Strom zu erzeugen. Im Anschluss fließt das Wasser wieder zurück in die Eder. Foto: Björn Weyand

Wasserkraftwerk droht die Unwirtschaftlichkeit

Klage gegen die Ordnungsverfügung

bw - Die Geschichte der Wasserkraft in Womelsdorf reicht bis ins Jahr 1691 zurück, seit dem vergangenen Jahr wird ein neues Kapitel geschrieben. Im März 2016 wurde in der alten Mühle eine Turbine mit Nennleistung von 34 Kilowatt (KW) installiert, die fortan Strom aus Wasserkraft liefern sollte. Lob gab es von Bürgermeister Henning Gronau für das Wasserkraftwerk: „Das ist ein Meilenstein – auch und gerade für die Gemeinde Erndtebrück“, betonte der Rathaus-Chef damals. An dieser Meinung hat sich zwar auch ein Jahr später nichts geändert, noch immer schwärmt Gronau von diesem „Superprojekt“, das in jedem Fall sehr unterstützenswert sei, wie er gegenüber der Siegener Zeitung betont. Daher habe er großes Interesse daran, die aktuellen Probleme zu lösen.

Betreiber sehen Wirtschaftlichkeit ihrer Turbine gefährdet

Diese Schwierigkeiten resultieren in erster Linie aus einer Ordnungsverfügung, die der Kreis Siegen-Wittgenstein im vergangenen Jahr den Betreibern der Womelsdorfer Mühle hat zukommen lassen. Die Hydro-Strom Wittgenstein GmbH hat gegen diese Verordnung nun vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg geklagt, weil die Betreiber die wirtschaftliche Nutzung ihrer Turbine gefährdet sehen. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, konnte Silke Camen als Sprecherin des Verwaltungsgerichts auf Anfrage der SZ nicht prognostizieren. Die Klage sei eingegangen, einen Zeitplan gebe es nicht. Keine Frage: Eine außergerichtliche Einigung der beiden Parteien würde sicherlich schneller vonstatten gehen. Deshalb soll es nun noch einmal Gespräche geben und die Betreiber wollen die Aussetzung der Klage beantragen – die läge auf Eis.

Anlage unter heutigen Anforderungen an Ökologie prüfen

Indes scheinen die Fronten derzeit verhärtet. Achim Wickel und Bernd Föllmer kämpfen um die alten Wasserrechte ihrer Womelsdorfer Mühle. Um die natürlichen Ressourcen des Wassers mithilfe der Turbine wirtschaftlich nutzen zu können, soll der Mühlgraben erneuert werden. An diesem bestehen sogar noch alte Kriegsschäden, die niemals behoben worden seien, so Achim Wickel. Um den Zufluss zur Turbine sicherzustellen, soll der Zulauf daher erneuert werden. Wie das vonstatten geht, dazu haben die Betreiber der Womelsdorfer Mühle und die Genehmigungsbehörde in Siegen unterschiedliche Ansichten. Das alte Wasserrecht sei unstrittig, meint Arno Wied als zuständiger Dezernent der Kreisverwaltung im SZ-Gespräch. Erforderlich sei aber, die Anlage unter heutigen Anforderungen an Ökologie zu betrachten. „Der Betrieb des Wasserkraftwerks in Womelsdorf darf nicht zum Trockenfallen der Eder in diesem Bereich führen“, fordert der Dezernent und benennt damit den Grund für die erlassene Ordnungsverfügung.

Wickel: „Uns bringt das in die Unwirtschaftlichkeit hinein“

Diese bedeutet indes für die Hydro-Strom Wittgenstein GmbH, dass sie seit einem Jahr auf die notwendige Sanierung des Mühlgrabens warten muss. Achim Wickel sieht keine Probleme für die Mindestwasserführung in der Eder, zumal das Wehr, das für den Rückstau im Gewässer sorgt, schon seit den 1980er Jahren um zehn Zentimeter niedriger ist als es im alten Stauhöhenrecht für jenen Betriebsgraben ausgewiesen ist. Darin waren 50 Zentimeter zulässig. Schon heute seien es nur 40 Zentimeter – und der Kreis hätte gerne eine Senkung des Wehrs auf 30 Zentimeter. Das hätte freilich zur Folge, dass weniger Wasser in den Mühlgraben fließt. „Uns bringt das dann in die Unwirtschaftlichkeit hinein“, befürchtet Achim Wickel. Dieses Problem hat er auch dem Kreis mehrfach schriftlich mitgeteilt. Die Genehmigungsbehörde zeigt sich immerhin gesprächsbereit.

SOCIAL BOOKMARKS
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

Weitere Lokalnachrichten

 

Spaziergänger füttern Affen

Punktlandung neben der Sieg

Windkraft: CDU fordert Korrektur

Reh mit Drillings-Kitzen gerissen

Winterbeleuchtung für Siegens City

Briefmarken zum Kreis-Geburtstag

Aktuelle Fotostrecken

Verheerender Brand in Netphen

Schüler feiern letzten Schultag

„Brundibár“ im Apollo

Wie der Siegberg sich verändern könnte

- Anzeige -

Sportnachrichten

 

TV Jahn schafft Sensation

Ferndorf holt Kreisläufer Rink

„Sport mitten in die Stadt holen“

Staffel disqualifiziert

Aktuelle Videos

Bauernhof brannte nieder

Brand in Obdachlosenheim

Unfall auf der HTS

Brand in Wahlbach

Aus aller Welt

 

Hübner rettet Hoffenheim: 1899 jetzt wieder Dritter 1:0 gegen Frankfurt

Kulturnachrichten

 

„Briefe an Bäume und Wolken“

Blaze Bayley rockte Vortex

Lustig, locker, Luke

Das Vertrauen auf Gott trägt