Sport
12.07.2017 20:00
Drucken Vorlesen Senden
 Thomas de Maizière (2. v. l.) zeigte sich vom Schautraining des Nachwuchses der KTV Obere Lahn durchaus begeistert. Nicht nur deshalb sprach der Bundesinnenminister dem Kunstturn-Bundesligisten ein Lob für sein Wirken aus. Foto: tika

Thomas de Maizière (2. v. l.) zeigte sich vom Schautraining des Nachwuchses der KTV Obere Lahn durchaus begeistert. Nicht nur deshalb sprach der Bundesinnenminister dem Kunstturn-Bundesligisten ein Lob für sein Wirken aus. Foto: tika

KTV Obere Lahn

Hoher Besuch beim Bundesligisten

tika - Es war ein Lob von höchster Stelle. „Sie tun ein gutes Werk – für den Verein, für die Region und für Deutschland als Ganzes“, erklärte Thomas de Maizière. Der Bundesinnenminister hob am Dienstag bei einem Besuch der KTV Obere Lahn die Bedeutung des Breiten- und Spitzensports in Deutschland hervor – und räumte dem Verein aus dem Hinterland und Wittgenstein dabei eine wesentliche Rolle ein. „Spitzensportler sind Vorbilder, in positiver wie in negativer Hinsicht – letzteres kann man derzeit am Fall von Boris Becker studieren. Sie verkörpern aber vor allem den Leistungsgedanken, der weit über den Sport hinaus reicht“, erklärte der Bundespolitiker bei seiner Visite in der Lahntalhalle in Biedenkopf. Tatsächlich hat sich die KTV Obere Lahn in den vergangenen Jahr zu einer Top-Adresse für die Kunstturn-Elite entwickelt – Olympiasieger Fabian Hambüchen, der bereits zum zweiten Mal an der Lahn turnt, ist ebenso ein Beleg dafür, wie die der neuverpflichtete Lukas Dauser. „Die Sportler müssen ebenso lernen, richtig mit einem Sieg umzugehen, wie auch mit einer Niederlage. Der Leistungsbegriff ist ein anderer als bei Fußballern – oft ist der strahlende Held deshalb nicht so gefeiert wie der gefallene Held“, erklärte Thomas de Maizière, der sich in Biedenkopf gemeinsam mit dem Direktkandidaten zur Bundestagswahl, Dr. Stefan Heck präsentierte. Dass der Christdemokrat auf Wahlkampftour war, hielt ihn aber keinesfalls davon ab, Kritik zu üben an zu hohen gesellschaftlichen Ansprüchen.

Verschmelzung von Sport und Ganztagsschule gefordert

„Man kann nicht überall alles haben – und dies ist auch gar nicht nötig. Der Schwimmunterricht etwa ist ein wichtiger Bestandteil im Lehrplan. Dazu braucht es nicht immer ein Hallenbad, man kann auch im Regen schwimmen“, konstatierte der Innenminister. Damit schlug der Politiker aus Berlin zugleich die Brücke zwischen Sport und Schule. Bundesweit hat sich der Trend zum Ganztagsbetrieb längst verfestigt, daher sprach sich Thomas de Maizière für neue Wege und die Suche nach Synergieeffekten aus. „Wir brauchen eine Verschmelzung von Ganztagsschule und Sport – und kein gegenseitiges Beschimpfen“, forderte der 63-Jährige, in dessen Ressort nicht nur die innere Sicherheit, sondern auch der Leistungssport fällt. Einen Weg, den die KTV Obere Lahn eingeschlagen hat. Bereits jetzt finden viele Nachwuchsturner den täglichen Weg in die Lahntalhalle direkt nach Schulende – das Gymnasium in Biedenkopf grenzt direkt an das Trainingszentrum an. Künftig hofft der Kunstturn-Bundesligist, ähnliche Synergien auch mit der fußläufig erreichbaren Hinterlandschule bilden zu können. Allein, Nachwuchsprobleme hat der Verein nicht – das Bundesliga-Team besitzt ein hohe Strahlkraft, so dass sich potenzieller Nachwuchs quasi eigenständig bei der KTV Obere Lahn meldet. Eine echte Luxussituation für den Verein, der allerdings gerade deshalb mit Kapazitätsproblemen kämpft. Die Vereinsspitze nutzte den Besuch des Bundesinnenministers daher auch in eigener Sache. Bereits seit längerer Zeit hofft der Club auf einen Ausbau der Lahntalhalle – Ideen dafür gibt es bereits. Die Kosten dafür lägen zwischen 500 000 und 1 Mill. Euro. Ein Anliegen, dass die Verantwortlichen ganz bewusst an Thomas de Maizière herantragen wollten, um damit auf der Agenda zu bleiben.

Thomas de Maizière will bessere Talentsichtung

Dass sie damit auf durchaus offene Ohren beim Innenminister sowie den anwesenden Lokalpolitikern stießen, verstand sich von selbst – nicht nur, weil der Besuch von höchster Stelle im Zeichen des Wahlkampfs vor der Bundestagswahl im September stand, sondern auch, weil Thomas de Maizière durchaus um die Bedeutung des Spitzensports für eine Gesellschaft wusste. Eine entsprechende Förderung ist daher unabdingbar. „Wir müssen Spitzensport und gute Infrastruktur besser zusammenbringen. Und wir müssen dafür die Talentsichtung im Kinder- und Jugendalter weiter verbessern, damit etwaige Investitionen dauerhaft lohnen“, konstatierte der Spitzenpolitiker, ehe er mit seiner Entourage davonfuhr – nicht ohne den Auftrag, die lokale Politik möge sich des KTV-Anliegens noch einmal annehmen.

SOCIAL BOOKMARKS
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

Weitere Lokalnachrichten

 

CDU bleibt stärkste Kraft

Mietvertrag ist beendet

Keine Adressen angeben

Ein ganzes Dorf packt an

Steine auf Autos geworfen

Großdemo gegen Fusionspläne

Aktuelle Fotostrecken

3. Vorlesung der Kinderuni 

ABC-Einsatz an Siegener Schule

Mathematische Kinderuni

Schusterschlacht in Netphen

- Anzeige -

Sportnachrichten

 

Schon 2500 Tickets verkauft

TuS Ferndorf wieder „über 30“

TuS Ferndorf startet „2. Vorverkauf“ 

Ferndorfs Pokalspiel in Gummersbach

Aktuelle Videos

Zug erfasst Tanklaster

Einsatz am Krankenhaus

SZ-Radtour 2017

Bauernhof brannte nieder

Kulturnachrichten

 

„Weltbaustelle Siegen“

Busch-Preis für Fabian Müller

Horn ist „coolstes Instrument“

Max Mutzke kommt nach Kreuztal