Kultur
17.05.2017 18:50
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 Maximilian Humpert slammte sich beim Hörsaal-Slam in die Herzen des Publikums und somit zum Sieg – ein Hoch auf die Black Eyed Peas. Foto: mmü

Maximilian Humpert slammte sich beim Hörsaal-Slam in die Herzen des Publikums und somit zum Sieg – ein Hoch auf die Black Eyed Peas. Foto: mmü

Das Wort und die Würde

Hörsaal-Slam an der Uni Siegen

mmü - Dass an einer Universität gerne und viel gelesen wird, ist kein Geheimnis. Mindestens ebenso gerne wird aber auch zugehört, Texten und Gedanken gelauscht, Inspiration gesammelt und einfach eine geniale Zeit miteinander verbracht. Kurzum: Hörsaal-Slam eben. Der kleine, oder vielleicht auch große Bruder des mittlerweile gut bekannten Poetry-Slam-Formats verwandelte am Dienstagabend das Audimax der Universität in einen Hort der Kreativität, der Poetry-Slammern und Textern aus ganz Deutschland eine Bühne bot. Eine Bühne für Wortkunst zum Thema „Die Würde des Menschen“, eine Aktion im Rahmen des Uni-Jahresprojektes „Eine Uni, ein Buch“ zum Grundgesetz. Sieben Slammerinnen und Slammer hatten Poetry Slam Siegen, die Evangelische Studierenden Gemeinde (ESG) und die Katholische Hochschulgruppe (KHG) nach Siegen eingeladen, um den gespannten Studierenden einen amüsanten Abend zu bereiten. Hörsaal-Slam ist längst eine Kultveranstaltung geworden und versprach somit auch dieses Mal „Texterei“ auf hohem Niveau, moderiert von Slam-Urgestein Tristan Kunkel und Pfarrer Dietrich Hoof-Greve.

Suche nach der Liebe

Auch diesmal gab es sechs Minuten Zeit für die Slammerinnen und Slammer, um den ultimativen Text zu präsentieren und sich in der Publikums-Jurywertung gegen die Anderen durchzusetzen. Den Anfang machte Florian Schreiber aus Aachen mit einem Text über die Suche nach der Liebe – absolutes Thema des Abends – und legte durch seine gekonnte Performance die Messlatte bereits zu Anfang hoch. Nichtsdestotrotz setzte Lennart Hamann aus Hamburg im Anschluss noch eins drauf und slammte sich mit seinen hochamüsanten Gedanken zum „Beziehungsbäuchlein“ als Erster ins Finale.

Eine sechsminütige Lachsalve

 Marco Michalzik, bekannter und leidenschaftlicher Slammer aus Darmstadt, präsentierte eine wortakrobatische Hommage an die morgendliche Tasse Kaffee, und auch Sandra DaVina aus Essen suchte an diesem Abend die Würde des Menschen ausnahmsweise nicht in der Liebe, sondern im Streiten, und bescherte dem Publikum mit ihrer Alltagskomik eine sechsminütige Lachsalve mit vielen „Ach- das-bin-ja-ich?!“-Momenten. Die hiesige Region wurde im Slam anschließend von Jan Schmidt aus Hilchenbach vertreten, der sich wortgewaltig für echte „Männerliebe“ einsetzte. Mit Finn Holitzka und seinem Text über Klischees slammte sich der Zweite des Abends mit einer schwindelerregend hohen Punktzahl ins Finale und bot Maximilian Humpert aus Köln die richtige Bühne, um sich innerhalb kürzester Zeit in die Herzen der Zuschauer zu slammen. Höchste Punktzahl des Abends und somit der Dritte im Finale.

Hochkarätiges Finale

Ein hochkarätiges Finale also, bei dem das Applaus-o-Meter des Publikums entscheidet, wer gewinnt. Eine schwierige Entscheidung bei den drei folgenden hochkreativen Texten über, nun ja, Liebe, Harry Potter, erste Schritte und eingängige Gassenhauer-Songtexte. Gewonnen hat schließlich, eindeutig und ganz klar, Maximilian Humpert mit einer Gedichtanalyse über lyrische Gesangstiraden der Black Eyed Peas. Wer sonst hätte die Zuhörerinnen und Zuhörer an diesem Abend besser amüsieren können? Sein Auftritt war eine Meisterleistung und wurde mit einem gut gefüllten Kulturbeutel gewürdigt. Fazit des Abends: Slam-Atmosphäre perfekt, Vorfreude auf den nächsten Siegener Hörsaal-Slam da, bis zum nächsten Mal.

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