Lokales
11.10.2017 10:45
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 Kurze Strecke – aber offenbar ein weiter Weg: Die Verhandlungen um ein kostengünstiges Ticket für das Teilstück von Niederlaasphe nach Bad Laasphe für die hessischen Schüler erweisen sich als sehr zäh. Foto: Martin Völkel

Kurze Strecke – aber offenbar ein weiter Weg: Die Verhandlungen um ein kostengünstiges Ticket für das Teilstück von Niederlaasphe nach Bad Laasphe für die hessischen Schüler erweisen sich als sehr zäh. Foto: Martin Völkel

Problem: Beförderung der hessischen Schüler

Gespräche ziehen sich hin

vö - Eine kurzfristige Lösung in Sachen Beförderung hessischer Schüler zu den weiterführenden Schulen in Bad Laasphe (die Siegener Zeitung berichtete exklusiv über die Thematik) wird es offenbar nicht geben – auch wenn sich das Eltern und einige Kommunalpolitiker offenkundig wünschen. Denn die Verhandlungen um einen günstigeren Tarif für die zwei Kilometer von Niederlaasphe nach Bad Laasphe – und darum geht es ja im Kern – ziehen sich hin.

Die mehr als 500 Schüler aus dem hessischen Hinterland, die in den weiterführenden Schulen in Bad Laasphe unterrichtet werden, fahren mit dem 365 Euro teuren Schülerticket Hessen bis Niederlaasphe. So weit geht das in Ordnung. Allerdings müssen diese Schüler für bis zu 600 Euro pro Jahr eine weitere Fahrkarte für die letzte Strecke von Niederlaasphe bis Bad Laasphe erwerben. „Zur finanziellen Entlastung der betroffenen Eltern arbeiten alle Beteiligten, d. h. der Landkreis Marburg-Biedenkopf wie auch die Verkehrsverbünde, mit Unterstützung des Landes bereits an einer für alle praktikablen Lösung“, erklärte Stephan Schienbein, Pressesprecher des hessischen Nachbarkreises, in einer Stellungnahme.

Busunternehmen trägt wirtschaftliches Risiko

Dabei erscheine als aussichtsreichste Option derzeit das Angebot eines wesentlich günstigeren Zusatztickets für das circa zwei Kilometer lange Teilstück des Schulweges, das durch Nordrhein-Westfalen führe und durch ein Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen angeboten werde. Hierzu seien die beteiligten Partner bereits in Gesprächen. „Allerdings werden die Verhandlungen über die Finanzierung dadurch verzögert und erschwert, dass die Busverkehre in Nordrhein-Westfalen eigenwirtschaftlich betrieben werden.“ Die Busleistungen würden nicht durch einen Verkehrsverbund bestellt und zu festen Sätzen abgerechnet, sondern das jeweilige Busunternehmen trage das wirtschaftliche Risiko selbst.

Daher müssten, so Schienbein weiter, die zusätzlichen Kosten, die durch eine mögliche Mitnahme der Schüler entstünden, zunächst genau ermittelt werden, bevor es zu einer Einigung kommen könne. Und weiter: „Allerdings ist, aufgrund der intensiven Vorgespräche und des Willens aller Beteiligten, noch in diesem Jahr mit ersten Ergebnissen zu rechnen, so dass bereits zum nächsten Schuljahr eine bessere, das heißt für die Eltern günstigere, Lösung möglich wird.“

Nicht Fisch, nicht Fleisch

Das ist in etwa das, was Kommunalpolitiker des Kreistages Marburg-Biedenkopf nach der jüngsten Sitzung zu diesem Thema formuliert hatten. Nicht Fisch, nicht Fleisch – hatten die zahlreichen Eltern im Zuschauerbereich diese Absichtserklärungen bezeichnet. „Aus meiner Sicht gibt es noch keinen neuen Kenntnisstand“, erklärte Andreas Strauch, Mitglied der Elterninitiative, gestern im Gespräch mit der SZ. Dennoch werde man das Thema nicht ruhen lassen. Nach seiner Auffassung müssten doch auch der Kreis Siegen-Wittgenstein und die Stadt Bad Laasphe ein großes Interesse daran haben, „dass die hessischen Schüler weiter über die Grenze kommen“. Das Städtische Gymnasium sei erst vor wenigen Jahren mit einem Aufwand von mehreren Mill. Euro modernisiert und aufgewertet worden.

Leerstand von 30 Prozent droht

Ein perspektivischer Leerstand von 30 Prozent, der bei einem Wegfall der hessischen Schüler drohe, „ist nach meiner Auffassung ganz schlecht zu verkaufen“. Andreas Strauch ließ durchblicken, dass die Elterninitiative einen Brief mit Fragestellungen an die Stadt Bad Laasphe formuliert habe. Zu dem Inhalt wolle man zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen. „Wir haben zunächst eine interne Kommunikation vereinbart.“

Rainer Schmalz, Dezernent bei der Stadt Bad Laasphe, hielt sich gestern im Gespräch mit der SZ ebenfalls zurück. Die Verwaltung sei über die Verhandlungen um einen günstigeren Fahrpreis natürlich informiert, aber nicht direkt daran beteiligt. Dass eine kostengünstige Lösung im Interesse der Schüler – und natürlich auch im Interesse der Stadt als Schulträger – liege, stehe außer Frage. Dass sich die Kommune allerdings selbst finanziell engagiere, halte er, so Rainer Schmalz, für ausgeschlossen: „Bad Laasphe ist Haushaltssicherungskommune.“

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