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09.08.2017 08:34
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 Noch ist die Zukunft des Hessischen Landgestüts Dillenburg ungewiss: Das Landesministerium wollte den Betrieb schließen, doch aus vielen Richtungen kommen Gegenargumente. Fotos: sos

Noch ist die Zukunft des Hessischen Landgestüts Dillenburg ungewiss: Das Landesministerium wollte den Betrieb schließen, doch aus vielen Richtungen kommen Gegenargumente. Fotos: sos

Gutachten vorgestellt

Für den Erhalt des Landgestüts

sos Warum die hessische Landesregierung zu dem Schluss gekommen ist, man müsse das Landgestüt Dillenburg schließen, können zahlreiche Pferde- und Reitfreunde nicht nachvollziehen. Das zeigt u. a. die Online-Petition zur Erhaltung des Gestüts deutlich: Knapp 60.000 Unterschriften sind bislang zusammengekommen. Einig sind sich diesbezüglich auch die Experten, die am Dienstag im Preußensaal des Kreishauses zusammengekommen waren. 

Abläufe alle tiergerecht

Michael Lotz, Dillenburgs Bürgermeister und Vorsitzender des Fördervereins, betonte, dass die 24 Mitarbeiter des Gestüts „ausgewiesene Profis“ seien und „darüber hinaus Tierschützer im Wortsinn“. Es könne keine Rede davon sein, dass im Betrieb keine tiergerechten Abläufe vorhanden sind.

Sachverständige sieht keine Probleme

Dr. Christiane Müller, Agrarwissenschaftlerin und vereidigte Sachverständige für Pferdehaltung, -zucht und -sport, sah das ähnlich. Als sie gebeten wurde, sich das Landgestüt anzuschauen, weil hier das Tierwohl gefährdet sei, habe sie furchtbare Umstände erwartet – das Gegenteil sei jedoch der Fall gewesen. Die täglichen Abläufe seien gut strukturiert und protokolliert. Es fänden mehrere bedürfnisorientierte Fütterungen am Tag statt. Die Boxen würden gut gepflegt und der Hör-, Sicht- und Geruchskontakt der Pferde untereinander sei gewährleistet. 

Einschränkung: zu wenig Auslaufflächen

In Sachen Bewegung gab es jedoch auch ein „Aber“: Die von Umweltministerin Priska Hinz geforderte mehrstündige freie Bewegung werde auf dem Landgestüt nicht umgesetzt. Diese seien aber auf den stallnahen Hofflächen möglich. Eine Schließung aufgrund fehlender Auslaufflächen sei also keine Konsequenz, die man ziehen müsse. Um weitere Flächen für die aktuell 41 Pferde zu schaffen, gibt es laut Eckhard Hilker, Architekt und Sachverständiger der Landwirtschaftskammer NRW, verschiedene Möglichkeiten. „Wenn man alles umsetzen würde, dann wäre der Platz sicher überdimensioniert – aber es wäre ein wahres Paradies für Pferde“, erklärte Hilker. 

So geht‘s weiter

Während sich die Stadt, der Förderverein und die zurate gezogenen Experten einig sind, dass es keinen Grund gibt, das Landgestüt zu schließen, muss nun noch das Land überzeugt werden. Dafür sollen im nächsten Schritt die Gutachten von Christiane Müller und Eckhard Hilker übergeben werden. 

 Laut Dr. Christine Müller sind die Zustände auf dem Landgestüt sehr gut. Lediglich die Auslaufflächen sollten erweitert werden.

Laut Dr. Christine Müller sind die Zustände auf dem Landgestüt sehr gut. Lediglich die Auslaufflächen sollten erweitert werden.

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