Kultur
02.04.2017 12:46
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 Django Asül und ein kühles Weizen: Das Nachdenken über den rasch nahenden Ruhestand und die Möglichkeit, sich sinnstiftend in die Gesellschaft einzubringen, sorgte für Lachsalven beim Publikum. Foto: ach

Django Asül und ein kühles Weizen: Das Nachdenken über den rasch nahenden Ruhestand und die Möglichkeit, sich sinnstiftend in die Gesellschaft einzubringen, sorgte für Lachsalven beim Publikum. Foto: ach

Neues vom Kabarett-Stammtisch

Django Asül im Siegener Lÿz

ach - Die deutsche Bevölkerung wird jedes Jahr im Schnitt um einige Tage älter. „Aber ich werde in einem Jahr tatsächlich um ein ganzes Jahr älter. Jetzt merke ich erst, dass mir die Zeit davonläuft“, stellt Django Asül schockiert fest. Da er scheinbar sehr viel schneller altert als der Rest der Bevölkerung, hält er es für angebracht, sich schon einmal mit seinem Ruhestand auseinanderzusetzen: Das tat der bayrische Kabarettist mit türkischen Wurzeln am Freitagabend mit seinem aktuellen Programm „Letzte Patrone“ im Lÿz in Siegen. Ob Feuerwehr, Veteranenverein oder Bürgerwehr: Django hat viele Ideen, wie er sich „sinnstiftend“ in die Gesellschaft einbringen kann. Die lustigen Geschichten von seinen mäßig erfolgreichen Versuchen, sich ehrenamtlich zu engagieren, bildeten dabei nur den Rahmen des Programms. Immer wieder warf er andere Geschichten ein, der demographische Wandel war dabei nur der Anfang. Ob Politik, Wirtschaft oder Flüchtlingskrise: Seine Themen waren vielfältig. In rasantem Tempo und mit herrlichem bayrischem Akzent plauderte er von seinen Stammtisch-Erlebnissen, genoss dabei ein kühles Weißbier am Stehtisch. Für die Zuschauer war es, als seien sie selbst Teil einer dieser Gesprächsrunden, von denen er so viel zu berichten hatte.

Anekdoten über die Alltagsängste des Durchschnitts-Deutschen

Besonderen Anklang beim Publikum fanden die Anekdoten von Hans, der beim Cappuccino-Stammtisch die komplexen Vorgänge der Welt gerne am Beispiel von Kängurus erklärt. So möge er diese hüpfenden australischen Bewohner durchaus, aber deshalb müsse er sie ja nicht in seinem Garten haben. Und so sei das eben auch mit den Flüchtlingen. „Bloß weil ich nix gegen was hab, muss das noch lange nicht da sein“, leiht der Kabarettist Hans seine Stimme und sorgt damit für einen Lachfuror im Publikum Django Asül mimt nicht den Weltverbesserer, driftet nicht ins Philosophische ab und hält am Ende auch keinen moralischen Wegweiser fürs Publikum bereit. Vielmehr erzählt er in seinen Anekdoten von den Alltagsängsten des Durchschnitts-Deutschen, spickt sie mit humorvollen Spitzen und spart dabei auch nicht an Selbstironie. Auf diese Weise wird er durchaus kritisch und gibt dem Publikum nach seiner über zweistündigen, aber dennoch angenehm kurzweiligen Vorstellung viel Stoff zum Nachdenken mit auf den Weg nach Hause.

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