Lokales
10.10.2017 09:46
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 Bei der Firma Beuter soll künftig ein Hauptheizkessel installiert sein. Dieser wäre Ausgangspunkt für das NaBiWo und würde das System mit Energie versorgen. Foto: tika

Bei der Firma Beuter soll künftig ein Hauptheizkessel installiert sein. Dieser wäre Ausgangspunkt für das NaBiWo und würde das System mit Energie versorgen. Foto: tika

Nahwärmenetz Birkelbach und Womelsdorf

An Stellschrauben drehen

tika - Die Euphorie war groß, die Idee durchaus bahnbrechend. Und sie sollte in eine möglichst schnelle Realisierung münden. Allerdings ist genau diese Umsetzung etwas ins Stocken geraten. Derart schnell wie noch im Sommer avisiert, avanciert das Nahwärmenetz in Birkelbach und Womelsdorf (NaBiWo) definitiv nicht zur Realität. „Wir überarbeiten derzeit die Finanzierung des Projektes. Damit sind wir bisher allerdings noch nicht zum Abschluss gekommen“, erklärte Frank Leyener auf Anfrage der Siegener Zeitung.

Das Mitglied des NaBiWo-Arbeitskreises machte allerdings zugleich deutlich, dass das Projekt als solches weiterhin geplant ist. Lediglich mehr Planungszeit räumen sich die Verantwortlichen ein, letztlich auch um das Vorhaben finanziell attraktiver für die potenziellen Anschlussnehmer zu machen. „Bei den Fördertöpfen, die wir bisher anzapfen wollten, war die Grundgebühr für die Abnehmer zu hoch. Daher wollen wir daran noch einmal arbeiten und Alternativen finden“, berichtete Frank Leyener.

Investitionssumme beläuft sich auf rund 5,2 Mill. Euro

Letztlich geht es dabei offensichtlich darum, eine breitgefächerte und verbindliche Akzeptanz für das NaBiWo in den beiden Dörfern zu schaffen. Nur bei einer ausreichend hohen Anzahl von Anschlussnehmern ist eine Umsetzung sinnvoll und wirtschaftlich darstellbar. Das Vorhaben selbst ist mit einem Investitionsvolumen von etwa 5,2 Mill. Euro beziffert. Finanzieren müssten die Verantwortlichen nach dem letzten Stand der Dinge davon rund 2,33 Mill. Euro, die übrige Summe wollen sie durch Fördermittel und Mitgliedsbeiträge generieren.

Nach bisherigen Planungen hätten Interessenten insgesamt 4500 Euro zahlen müssen, um einer geplanten Bürgerenergiegenossenschaft beitreten zu können. Danach wäre laut Kalkulation ein jährlicher Grund- und Leistungspreis in Höhe von 650 Euro fällig – diese Gebühr wollen die Verantwortlichen nun noch einmal herunterschrauben. Hinzu kommt – laut dem ursprünglichen Zahlenwerk, das sich ob der geplanten Modifizierung ebenfalls ändern könnte – der Netto-Wärmepreis in Höhe von 6,5 Cent pro Kilowattstunde. Der Brutto-Wärmepreis soll 10,2 Cent pro Kilowattstunde betragen. Nach einer Bürgerversammlung im Juni hatten die Verantwortlichen ankündigt, die Haushalte in den beiden Orten zu befragen. Dabei sollte es um ein konkretes Interesse der Bürger hinsichtlich eines Hausanschlusses gehen.

Geplant sind weitere Treffen der Arbeitskreise 

„Der Arbeitskreis existiert weiterhin, verfolgt die Idee und ist aktiv tätig. Die Bürgerbefragung wird aktuell für einzelne Straßenzüge weiterhin durchgeführt“, erklärte Alexander Blecher. Das Mitglied des Arbeitskreises machte zudem deutlich, dass auch die Ingenieurs-Netzwerk-Energie eG (iNeG) – eine unabhängige Energieberatung der Genossenschaften – weiterhin mit im Boot ist. „Wir stehen mit dem planenden Ingenieurbüro iNeG in engem Kontakt über weitere Ideen und Maßnahmen“, sagte Alexander Blecher. Geplant sind demnach weitere Treffen des Arbeitskreises selbst sowie der daraus gebildeten Arbeitsgruppen. Bei diesen soll es dann um den weiteren Verlauf des Projektes sowie die konkrete Umsetzung gehen. Der Initiativkreis hat den Anspruch, eine preiswerte und umweltfreundliche Energieversorgung für Birkelbach und Womelsdorf zu schaffen.

Planungssicherheit bei den Anschlussnehmern

Die Machbarkeitsstudie dafür ist bereits durch das europäische Förderprogramm LEADER zu zwei Dritteln finanziert, ein Drittel steuert der Initiativkreis bei. Grundsätzlich soll das NaBiWo eine autarke Energieversorgung für die beiden Orte gewährleisten. Eine zu gründende Bürgergenossenschaft – Anschlussnehmer zeichnen automatisch eine Mitgliedschaft – soll für den NaBiWo-Betrieb verantwortlich zeichnen. Zusätzliche Kosten kämen auf die individuellen Haushalte auf diese Weise nicht zu, dies sorgt für finanzielle Planungssicherheit bei den Anschlussnehmern. Diese sollen langfristig einen erheblichen finanziellen Vorteil gegenüber dem Betrieb einer Öl-, Gas- oder Pelletheizung genießen.

Technisch planen die Verantwortlichen einen Hauptheizkessel – betrieben durch Holzhackschnitzel – bei der Firma Beuter in Birkelbach zu installieren, der dann in den Besitz des Unternehmens geht. Dieses schließt einen Vertrag mit der Genossenschaft und liefert letztlich die Wärme. Erst danach tritt die Genossenschaft selbst als Eigentümer des übrigen Netzes in Erscheinung. Zu diesem Netz bis zu den angeschlossenen Haushalten – die Wärmeleitungen sollen rund zwölf Kilometer lang sein – zählt dann aber auch ein Pufferspeicher sowie ein Redundanzkessel. Auf diese Weise wäre die Bürgergenossenschaft jederzeit in der Lage, sich auch selbst mit Wärme zu versorgen – ohne Hilfe der Firma Beuter, die letztlich auch alle mit dem Betrieb des Heizkessels verbundenen Risiken trägt.

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