Archivartikel

Olper FDP goss "Wasser in den Wein"

win - Eigentlich sollte Amtsleiter Ingo Sondermann nur Bericht erstatten. Das tat er: Das Anmeldeverfahren sei - wie bereits aktuell berichtet - erfolgreich abgeschlossen. Die aktuellen Zahlen sind noch etwas höher als beim offiziellen Anmeldeschluss: Am Standort Olpe sind nun 112 statt 110 Kinder gemeldet. Für Drolshagen ist die Zahl mit 54 gleich geblieben. Nun werde das Raumprogramm in Abstimmung mit den Schulleitungen der beiden Hauptschulen Olpe und Drolshagen als künftigen Standorten der Gemeinschaftsschule erarbeitet.

Ausschreibung steht bevor

Die Ausschreibung der Schulleiter- und der Stellvertreterstelle werde im März veröffentlicht. Im April-Sitzungsblock werde der Rat über die Schülerbeförderung, die Lernmittel und den Namen der Schule befinden. Laut Bezirksregierung solle im Mai die Entscheidung über die Bestellung der Schulleitung erfolgen, dann werde die Klassenbildung vorgenommen. Sicherlich werde vor dem offiziellen Schulstart noch einmal eine Elterninformation, beispielsweise in Form eines Tags der offenen Tür, erfolgen.

Nachdem Sprecher der Fraktionen ihre Freude über den Erfolg des Modells ausgedrückt hatten, meldete sich auch FDP-Fraktionsvorsitzender Andreas Stenzel zu Wort. "Ich gratuliere zur Errichtung; wenn man sich die Zahlen so anguckt, liest es sich relativ entspannt. Mich behaftet immer noch die Frage: Was wäre gewesen, wenn die St.-Franziskus-Schule nicht nur eine Realschulklasse gegründet hätte, sondern wie viele Klassen aufgrund der Anmeldungen möglich gewesen wären. Dann wäre es jetzt eine dreizügige Schule." Denn, so Stenzel, die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) als Schulträgerin habe 60 Kinder abweisen müssen. "Die Zahlen zeigen den Bedarf für eine Realschule. Aber das ist ja nun Geschichte." Das Thema werde den Rat aber mit Sicherheit im nächsten Jahr erneut beschäftigen. Denn dann warte die spannende Frage, ob die GFO die St.-Franziskus-Schule, bisher reines Gymnasium und künftig Bündelschule, weiter öffne und mehr Realschulzüge ermögliche.

"Das musste mal gesagt werden"

Damit rief Stenzel zunächst Kopfschütteln des Ausschussvorsitzenden, Klaus-Peter Langner (SPD), hervor, der Stenzels Äußerungen mit den Worten "Alles Spekulationen" kurz abtat. Anders der für Schulfragen zuständige Erste Beigeordnete der Stadt Olpe, Peter Wurm. Diesen hatte Stenzel offensichtlich richtig in Rage gebracht. "Sie sind im gesamten Verfahren dadurch aufgefallen, ständig Wasser in den Wein zu gießen. Und Sie lassen es weiterhin nicht sein. Wir haben einen Riesenerfolg, an dem Frau Limper-Stracke <i><span style="font-weight: bold;">(Leiterin der Olper Hauptschule, die Red.)</span></i> maßgeblich beteiligt war. Wenn Sie die Zahl 60 in den Raum werfen - wir kriegen diese Zahl von der GFO nicht." Er wisse nicht, welche Verflechtungen es zwischen FDP und GFO gebe, aber Stenzels Äußerungen gedürften einer Klarstellung: "Die St.-Franziskus-Schule ist von ihrer Struktur her höchstens fünfzügig ausgelegt." Dies sei mit vier Gymnasialklassen und einer Realschulklasse ausgereizt. "Wenn die mehr machen wollen, müssen sie richtig Geld in die Hand nehmen und anbauen. Wenn Sie jetzt eine dreizügige Realschule in den Raum werfen, wecken Sie Erwartungen, die nicht erfüllt werden können - lassen Sie es doch." Nach dem Abschalten des Mikrofons konterte Wurm mehrere zugeraunte Beifallsbekundungen aus allen fraktionen mit der Bemerkung "Das musste mal gesagt werden." Am Rande bemerkt: Am Ende des Anmeldeverfahrens hatte auch die SZ nach den Anmeldezahlen für den neuen Realschulzweig an der St.-Franziskus-Schule gefragt und beim Schulträger erfahren, dass dieser die Zahlen nicht herausgeben will, eben um die gerade anlaufende Sekundarschule und die Umstrukturierung des Schulsystems in Olpe nicht zu stören. Die weiteren Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen gab Ingo Sondermann gleichfalls bekannt. Am Städtischen Gymnasium wurden 140 Kinder angemeldet, am Gymnasialzweig der Franziskusschule 123, dazu 29 am neuen Realschulzweig. Mehrere Nachfragen beschäftigten sich mit der Herkunft der angemeldeten Kinder - zehn Sekundarschüler kommen aus Nachbargemeinden. Genaue Zahlen lagen noch nicht vor und sollen in der nächsten Ratssitzung mitgeteilt werden. Markus Bröcher (CDU) unterbrach diese Diskussion: "Mir ist viel wichtiger, dass wir eine starke Sekundarschule auf den Weg bekommen haben, egal, ob ein paar Wendener nach Olpe und ein paar Olper nach Wenden gehen. Wir haben den richtigen und guten Weg eingeschlagen." Dafür erhielt er Applaus - nicht nur aus der CDU-Fraktion. Jörg Winkel

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